Bodennutzung

Wahlmodul Bodennutzung
Warum wird deutschlandweit Jahr für Jahr eine Fläche der annähernden Größe des Stadtgebiets Münchens neu verbraucht? Woher kommen die Vorbehalte gegenüber einer Innenverdichtung, wenn gleichzeitig die Altstadtviertel mit ihren extrem hohen Dichten zu den beliebtesten Vierteln zählen? Nachverdichtung, Funktionsmischung und Bremsung der rasanten Kostenentwicklung hängen eng mit der effizienten Nutzung der begrenzt verfügbaren Ressource Boden zusammen. Je nach Lage macht der Bodenpreis einen großen Teil des Miet- bzw. Kaufpreises von Immobilien aus und ist für die Bezahlbarkeit von Lebensraum ein entscheidender Faktor.
In der Veranstaltungsreihe an der TUM werden Visionen für eine zukünftige Bodenordnung diskutiert, die zu einer neuen Qualität einer kompakten, urbanen Stadt der kurzen Wege mit kleinteiligen, soziokulturell- und nutzungsgemischten, lebendigen Quartieren unter Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen am Allgemeingut Bodennutzung führen kann.

Die Zersiedelung und Zerschneidung der Landschaft schreitet – zumindest aus dem Blickfeld des Einzelnen betrachtet – langsam voran und wird daher kaum als drängendes Problem wahrgenommen. Erst der Rückblick über lange Zeiträume offenbart die Veränderung unserer Lebensräume: Wo ist der Wald, in dem man als Kind gespielt hat? Seit wann gibt es hier ein Gewerbegebiet? Wo finde ich noch weitgehend unberührte Natur ohne die Hintergrundgeräusche der nächsten Schnellstraße? Aber auch innerorts hinterlässt die ineffiziente Nutzung des Bodens Zwischenräume zweifelhafter Raumqualität. Trotz aller Bemühungen der letzten Jahre, den Flächenverbrauch einzudämmen ist das Ziel der Bundesregierung, den täglichen Flächenverbrauch bis 2030 auf 30 Ha zu reduzieren in weiter Ferne. Und: sollte das Ziel nicht bei 0 Ha. liegen?
Eine geringe Dichte hat gravierende Folgen: Denn das Gebäude, das im urbanen Gefüge nicht entstehen kann finden wir weit draußen im suburbanen Sprawl auf der grünen Wiese wieder. Dort zieht es zusätzliche Infrastruktur nach sich. Für die Schweiz wurde kürzlich ein Nachverdichtungspotenzial allein innerhalb bestehender Siedlungsräume für mehr als 1,5 Millionen Menschen (knapp + 20%) ermittelt. Wie können die zweifellos auch in Deutschland existierenden Flächenreserven aktiviert und die verschiedenen Nutzungen gewinnbringend gemischt und gestapelt werden?
Wertsteigerungen von Grundstücken gehen in der Regel nicht auf Leistungen der Eigentümer zurück. Sie sind das Ergebnis von gesamtgesellschaftlicher Prosperität und von Investitionen der öffentlichen Hand. Besonders deutlich wird das durch den Bau einer neuen U-Bahnlinie - oder eines Parks im Zuge der Untertunnelung einer innerstädtischen Schnellstraße. Wer profitiert, wenn die Grundstückspreise im Einzugsgebiet nach oben schnellen? Wem steht der Gewinn zu, der durch die Festlegung der Bodennutzung ermöglicht wurde?

Im Seminar werden themenrelevante Aspekte anhand kleiner Entwürfe untersucht und in einer Schlusspräsentation vorgestellt. Die Projektarbeit wird als Gruppenarbeit durchgeführt.

Einführung: Vorhölzer Forum: 25.04.18 um 17:30 Uhr
Seminar: Raum 3170B ab 16.05.18: Mittwochs 9.45 – 11.15 h
Vorträge: Vorhölzer Forum Mittwochs/Donnerstags 18.30 - 20.00 h Termine
Abgabe: Übung Seminarraum 3170B 04.07.2018

Details zu den Vorträgen, Links, Literatur und der Podiumsdiskussion unter Aktuelles und Bodennutzung
Für die erfolgreiche Teilnahme am Seminar werden 3 ECTS vergeben. Zur Teilnahme am Kurs registrieren Sie sich bitte verbindlich bei TUMonline.
Zur Kommunikation mit den Studierenden wird ausschließlich die TUM Emailadresse verwendet.